Gott hat kein Gesicht und keinen Namen

Die Predigt des Konfirmanden-Vorstellungsgottesdienstes vom 25.05.15 war auf dem Lied One of us von Joan Osborne aufgebaut. 

Dieser Song enthält zahlreiche Fragen, auf die wir versucht haben, unsere Antworten zu finden.

Wenn Gott einen Namen hätte, würden die meisten Menschen an einen Namen wie z.B. Anton, Lukas oder Markus denken. Aber vielleicht hat Gott ja auch einen weiblichen Namen wie Carolin, Katharina oder Sina. Aber vielleicht hat Gott gar keinen Namen, sondern er heißt einfach Gott. Alle sagen Gott sei ein Vater, der uns beschützt, aber er hat auch Eigenschaften einer Mutter, denn er hört immer zu und ist immer da, und vielleicht ist er sogar eine Mutter.

Und wenn Gott nun doch einen Namen hätte und du wüsstest ihn, würdest du ihn mit dem Namen ansprechen oder einfach Gott sagen? Die meisten Menschen würden ihn trotzdem Gott nennen, weil er bei allen Christen unter diesem bekannt ist und alle gewohnt sind, ihn so zu nennen.

Was würdest du Gott fragen, wenn du eine Frage an ihn hättest? Eigentlich brauchen wir Gott keine Fragen zu stellen, denn jeder beantwortet seine Frage für sich selbst und hat eine eigene Meinung. Denn wenn man wirklich Vertrauen zu Gott hat, dann braucht man ihm keine Frage zu stellen. Die meisten würden das nur tun, um herauszufinden, ob es ihn wirklich gibt und ob er antwortet. Außerdem würde Gott niemals eine Frage beantworten, schließlich weiß jeder für sich selbst, wer Gott ist, wo Gott ist und was Gott ist.

Wenn Gott einer von uns wäre, würden wir ihn beachten und würden wir überhaupt merken, dass er Gott ist? Gott könnte jeder Typ von Mensch sein. Er könnte in der Kirche tätig sein, Pfarrer oder vielleicht auch Konfirmand sein. Vielleicht ist er aber auch ein Obdachloser, der unter einer Brücke lebt. Vielleicht ist er auch ein Emo oder ein Gangster im Gefängnis. Aber vielleicht ist er ja auch nur ein Fremder im Bus, der seinen Weg nach Hause finden will. Gott könnte jede Person auf der Welt sein, er könnte du oder ich sein, aber wir denken, dass in jedem Menschen, jedem Tier und jeder Pflanze ein bisschen Gott drin ist.

Was wäre wenn Gott ein Gesicht hätte? Wie würde er dann aussehen? Hätte er helle oder dunkle Haut? Sähe er aus wie ein Kind, ein Erwachsener oder ein alter Herr oder eine alte Dame? Hätte er eher ein europäisches, afrikanisches oder asiatisches Aussehen? Hätte er lange oder kurze Haare, blaue oder braune Augen? Aber besser wäre es, wenn wir uns erst gar kein Bild von ihm    machen würden. Sonst bestünde noch die Gefahr, dass wir etwas anderes anbeten, was wir uns als Gott vorstellen und nicht wirklich Gott ist, sondern nur irgendein unbedeutendes Ding.

Würdest du Gott überhaupt sehen wollen, wenn das heißen würde, dass du an den Himmel, Jesus, den Heiligen und alle Propheten glauben müsstest? Aber wahrscheinlich ist die Neugierde von uns Menschen einfach zu groß, sodass es uns egal wäre, ob wir an diese Dinge glauben müssten. Manche tun es ja schon und werden damit niemals aufhören. Manche aber können sich darunter gar nichts vorstellen und können trotz ihrer Neugier widerstehen, denn sie wissen für sich selbst, wie sie sich Gott vorstellen. 

Dies hat Sie hoffentlich angeregt darüber nachzudenken, wer Ihr Gott ist. 

 

Natascha Ruppert und Evelyn Schick