Sonntagspredigt- immer dasselbe? 

 

Eine neue Ordnung der Predigttexte gilt ab 1. Advent

Sicherlich -  für manche ist schon das Wort „Predigt“ abstoßend. Lange zuhören müssen, still sitzen müssen, vieles nicht so recht verstehen…. So war es oft gerade als Konfirmand oder Konfirmandin ein prägendes Erlebnis, erst recht, wenn die Konfirmation schon ein paar Jahrzehnte zurück liegt. 

Vieles hat sich in der „Gottesdienstlandschaft“ verändert. Eine Vielfalt von anderen Formen der Verkündigung ist möglich. Moderne Lieder kommen regelmäßig im Gottesdienst vor. Die Möglichkeit im Gottesdienst aktiv mitzuwirken, nicht nur durch Singen, ist an vielen Sonntagen gegeben. Die Predigt behält den Schwerpunkt im evangelischen Gottesdienst als das Mittel, einen biblischen Text als Orientierung für die aktuelle Lebenssituation und als Kraftquelle für den Alltag zu erschließen. 

Darum hat eine Kommission der EKD die Bibelabschnitte (Perikopen),  die für die einzelnen Sonntage gelten, nun überarbeitet. Die neue Perikopenordnung wird am 1. Advent eingeführt. Häufige Gottesdienstbesucher/innen werden merken, dass es neue Texte zu hören gibt. So sind etliche Texte aus dem Alten Testament dazu gekommen. 

Eine breitere Auswahl an thematischen Bezügen zur Lebenswelt ist vorgesehen. Auch gibt es nun eine größere Anzahl an Texten, die Frauengestalten aus der Bibel thematisieren. Der Bezug zum Kirchenjahr ist überarbeitet worden. 

Wozu braucht man so eine Ordnung überhaupt?

Die Perikopenordnung - auch diese neue - soll nicht einengen, sondern dazu dienen, dass es einen gemeinsamen biblischen Erinnerungs- und Inspirationsschatz für Glauben und Lebensgestaltung gibt, nicht nur für das persönliche Leben, sondern auch für das öffentliche Engagement. Sie verhindert, dass  nur die Lieblingsthemen der jeweils predigenden Personen oder der versammelten Gottesdienstgemeinde  zur Sprache kommen. Damit ist sie ein wichtiges Element der Verbundenheit  zwischen den evangelischen Gottesdienst-Gemeinden. Sie verwirklicht damit die Absicht, dass die Gestaltungsfreiheit, die wir in unserer Evangelischen Kirche haben, einen gemeinsamen Bezugspunkt behält.

Und für alle, die Veränderungen selten als Verbesserungen sehen: Weihnachten ist auf jeden Fall und immer noch Lukas 2! 

Ursula Trippel