Verleih uns Frieden gnädiglich

Ohne Luther kein Bach hieß der Titel einer Veranstaltung im Rahmen des Reformationsjubiläums. Siegfried Rohde hat die rund 40 Zuhörer durch 500 Entwicklungsjahre reformatorischen Liedgutes geleitet.

Bis Ende des 16.Jh. wurden schätzungsweise 10.000 Reformationschoräle gedichtet und vertont. Heute, nach 500 Jahren, finden sich noch ca. 30 dieser Choräle im Evangelischen Gesangbuch.

Aus Anlass des Reformationsjubiläums 1617 – also ca. 100 Jahre vor Bach –  haben Heinrich Schütz (1585-1672) und Michael Praetorius (1571-1621) eine „Reformationsmesse Dresden 1617“ komponiert. Aus dieser Messe wurde „Ein feste Burg ist unser Gott“ gespielt.

Bach hat in seinen Kompositionen (Kantaten, Oratorien, Passionen, Orgelchorälen) immer auch auf Luther- und Reformationschoräle zurückgegriffen. Er hat die Lieder geschickt ausgedeutet, neue Gedanken eingeflochten und anders als gewohnt vertont.

Ganz besonders wurde die Entwicklung des Stückes „Verleih uns Frieden gnädiglich“ über die Jahrhunderte hinweg, vorgestellt. Mehrere Versionen, durch den Einfluss verschiedener Komponisten verändert, strömten durch die Lautsprecheranlage. Dieses Stück wird auch heute noch gesungen.

Reiner Kirse