Blick in die Zukunft

Auf einem Konfitag haben die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden zusammen mit den Konfirmanden der Gemeinden Westerfeld, Hausen und Rod am Berg einen Gottesdienst erarbeitet. Ausgehend von der Geschichte von Abraham ging es in Musik, Theater, Bildern und Texten um die Stationen Ruf, Loslassen und Träume. Beim Bereich Traum war die Aufgabe, sowohl Bilder für die eigene Zukunft und die der Gesellschaft zu entwickeln, als auch auf die Frage einzugehen, welche Auswirkungen die technische und digitale Entwicklung wohl hat.

Beispielhaft sind im Folgenden drei Texte abgedruckt:

Wie stelle ich mir die Welt in 20/30 Jahren vor, welche (technischen) Möglichkeiten gibt es?

Ja, wie stelle ich mir die Welt in 20 bis 30 Jahren vor? Eine gute Frage.  Es kann vieles anders sein.   

Fahrzeuge aller Art sind selbstfahrend, Autos fahren mit Solar- oder Wasserstoffantrieb, E-Autos sind eher selten, da Batterien aufgrund von Rohstoffmangel nicht mehr hergestellt werden können. Die Förderung von Erdöl wurde fast eingestellt.   

Aufgrund der reduzierten Förderung von Erdöl sind Flugreisen fast unbezahlbar. Der öffentliche Nah- und Zugverkehr sind für alle zugänglich und kostenlos.   

Virtual Reality ist allgegenwärtig – für Kinobesuche, Freizeitgestaltung, Urlaube, Meetings usw.  

Jeder öffentliche Raum wird von den Regierungen überwacht, durch Kameras oder mit Satelliten aus dem All.   

Maschinen und Roboter ersetzen viele Arbeitsplätze, insbesondere in Fabriken und Büros. In Supermärkten gibt es keine Kassen mehr, sobald die Ware in den Einkaufswagen gelegt wird, wird diese eingescannt. Bargeld gibt es nicht mehr – man regelt alles mit seinem Fingerabdruck.   

Papier und Printmedien sind out, es wird auch nicht mehr mit der Hand geschrieben. Man diktiert seinem „digitalen“ Assistenten oder tippt über die Tastatur.   

Wälder und Berge dürfen nur noch mit Erlaubnis betreten werden. Sie gelten als Naturschutzgebiete.  

Es wird noch Schulen geben, aber viele Schüler lernen von zu Hause aus mit einem „digitalen“ Lehrer oder Programmen.  

Ich hoffe, dass nur ein Bruchteil von den genannten Dingen eintreten wird.

Simon

18. Juni 2045

Es ist 7:15 Uhr und Jonas wird sanft von der Stimme seines künstlichen Assistenten, die aus den Lautsprechern über ihm ertönt, geweckt. Das Licht der aufgehenden Sonne fällt durch das große Fenster im 45. Stock und erhellt den Raum. Er steht auf und begibt sich ins Badezimmer. Beim Betreten aktiviert sich der Spiegel und es tauchen die neuesten Nachrichten und Daten über das Wetter, Jonas' Gesundheit und Aufträge für den Tag auf. Er macht sich fertig und geht in die Küche, wo er einen von seiner Küchenmaschine zubereiteten Kaffee und ein Omelett zu sich nimmt. Danach verlässt er das Haus, um zur Arbeit zu gehen. 

Mittags nach der Arbeit steigt er aus einem der vielen Hochgeschwindigkeitszüge, die in der ganzen Stadt, nur mit Strom betrieben, umherfahren und legt die wenigen Hundert  Meter zu einem der unzähligen Wolkenkratzer, in dem seine Wohnung liegt, mit einem knapp über dem Boden schwebendem Fahrrad zurück. Vorbei an einer großen Parkanlage, und einer Wohnsiedlung. 

Als er seine Wohnung betritt, dampft das Essen bereits auf dem Tisch und sein künstlicher Assistent begrüßt ihn. Während dem Essen blickt Jonas über die Stadt und die weit über hundert Wolkenkratzer, als auf einmal eine Videoprojektion auf der Wand auftaucht und Jonas sagt, sein Gesundheitsziel für die Rubrik ,,Sport‘‘ sei für diesen Tag noch nicht erfüllt. Gleichzeitig schlägt sie ihm die passenden Trainingsmöglichkeiten dazu vor. Er entscheidet sich für Joggen und bittet seinen Assistenten, dies für 16:00 Uhr einzuplanen. 

Dann begibt er sich auf eine riesige Terrasse im 15. Stock des Hauses auf der ein grüner Park mit einem blauen Pool und großen Sonnenliegen liegt. 

Um Punkt 16:00 Uhr schwebt eine kleine Kugel zu seiner Liege, die ihn weckt und ihm seine Sportkleidung übergibt. Nachdem er seine tägliche Trainingseinheit beendet hat, begibt er sich wieder in seine Wohnung zurück und schaltet die Projektionsfläche für den Fernseher ein, während das Zimmer von dem Rot des Sonnenuntergangs beleuchtet wird. Jonas lässt einen weiteren ganz normalen Tag ausklingen.

Lukas

Mein digitaler Traum

Der digitale Sonnenaufgang weckt mich. Die erste Bewegung, die ich mache, wenn ich den Wecker ausgeschaltet habe, ist die zu meinem Handy. Mittlerweile muss jeder Bürger ein Smartphone besitzen.

Mein Sprachassistent meldet mir das Wetter für den heutigen Tag. Sonnenschein, wie immer. Seitdem der Wetterdienst herausgefunden hat, wie man das Wetter bestimmen kann, ist das Wetter immer gleich. Wenn ich aus dem Haus gehe, kommt sofort ein selbstfahrendes Auto, das mich mitnehmen will, um mich zur Arbeit zu fahren. Autos muss man nicht mehr selbst steuern, das Leben ist viel einfacher geworden. Autos halten einfach an, wenn man eines braucht.

Man hat einen sogenannten Shuttle contract: Je teurer die Autos sind, die bei einem anhalten sollen, desto teurer ist der Vertrag. Während das Auto durch die Stadt fährt, schaue ich aus dem Fenster. Ich sehe alle Arten von Robotern: Mülleimer-Roboter, die den Müll aufsammeln, Lieferservice-Roboter, die alles ausliefern können, Polizei-Roboter, die die komplette Stadt kontrollieren und viele mehr.

Wenn ich an meinem Arbeitsplatz ankomme, werde ich von einem E-Bus zum Fabrikgelände gefahren. Dort angekommen kann ich sehen, dass selbstfahrende Autos von Robotern zusammengebaut werden. Es gibt keine Menschen mehr, die diesen Beruf ausüben. Meinen Chef habe ich noch nie gesehen, wir kommunizieren nur über digitale Medien. Niemand weiß, ob er Mensch oder Maschine ist. Nach der Arbeit treffe ich mich auf Online-Plattformen mit meinen Freunden oder gehe ins Fitness-Studio, die gibt es immer noch.

So könnte die Zukunft im Jahr 2033 aussehen.

Simon