Endlich Frieden!?

Das Gemeindegruß-Team hat sich mit drei Senioren und Flüchtlingen über das Thema „Frieden“ ausgetauscht.
Hilla Kühn lebte vor Kriegsende in Danzig, wo die Russen gefürchtet waren. Ihre Mutter stieg mit den Kindern in einen Zug, der nach Westen fuhr. So kamen sie nach Kiel. Unter den Augen der skeptischen Einheimischen haben sich die Flüchtlinge langsam ein normales Leben aufgebaut. Die Kinder haben immer gehungert, gefroren. Die Frauen mussten im Beisein der Kinder die vielen Toten begraben.

Heinz Bethmann lebte in Berlin mit seiner Mutter und der Schwester. Nach der Kapitulation gingen die Kinder trotz des Verbots der Mutter hinaus, um nach Überresten des Krieges zu suchen. Eine Gruppe Jungen entdeckte ein Kästchen, das explodierte. Zwei Jungen waren sofort tot, Heinz wurde das linke Bein abgerissen. Die Mütter der getöteten Jungen konnten diesen Schicksalsschlag nicht verarbeiten.
Der Frieden wurde nicht oder wenig wahrgenommen. Das tägliche Leben bereitete zu große Schwierigkeiten.

Helga Springer wohnte am Kriegsende in Oldenburg, nachdem die Familie in Wilhelmshaven ausgebombt war. Im März 1945 kam ein kleiner Bruder zur Welt. Nach Kriegsende musste die Mutter mit ihren vier Kindern allein das Leben bewältigen und die Kinder ernähren. Dann kamen die Flüchtlinge in Scharen. Es wurde zusammengerückt, um auch ihnen zu helfen.
Wann war wirklich Frieden? So schnell war der Krieg nicht vergessen.
Helga Springer

Den Frieden wünschten sich viele Flüchtlinge, die in 2015 zu uns gekommen sind. Zum größten Teil haben sie Angehörige im Krieg verloren. Die Familien lebten verzweifelt unter ihrem zerstörten Haus im Keller. So entschlossen sie sich, die Heimat zu verlassen. Für diese Menschen bedeutet der Frieden noch viel: Ruhig schlafen zu können und keine Heckenschützen und Häscher in der Nähe. Ein Dach über dem Kopf, eine Schule für die Kinder, einen Arzt, Unterricht in einer fremden Sprache und Menschen, die bei der Eingliederung behilflich sind, Hoffnung für die Zukunft.
Bewahren wir den Frieden und lassen wir sie daran teilhaben.
Renate Lojo